ERGEBNISSE DER 1. UMFRAGE ZUR "WOCHE DES GUTEN LEBENS" LIEGEN VOR



Vom 18. Juni bis zum 22. Juli 2020 wurde vom Lehrstuhl für Verkehrspsychologie der Technischen Universität Dresden eine erste Online-Befragung durchgeführt, um die Erwartungen und Herausforderungen bezogen auf die „Woche des guten Lebens“ zu erheben. Über verschiedene Kanäle (Social Media, aber auch über das Online-Magazin „Neustadt-Geflüster“ und durch Auslegen und Verteilen von Flyern im Projektgebiet) wurde die Umfrage verbreitet und fand viele Teilnehmende.


Die TU Dresden begleitet die „Woche des guten Lebens“ seit dem Beginn der Umsetzungsphase im September 2019. Ziel der Forschung ist es, die Einstellung der Neustädter*innen zu ermitteln. Dazu werden Anmerkungen, Lob und Kritik zum Projekt sowie zum Thema Verkehrswende und Mobilität in ihrem Viertel erfasst und ausgewertet. Das Feedback der Menschen (selbstverständlich anonymisiert) transparent zu machen und auch an die Stadtverwaltung weiterzugeben, ist ein zentrales Ziel des Zukunftsstadtprojekts, zu dem die „Woche des guten Lebens“ gehört. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen auch dazu beitragen, dass die Bedürfnisse der Anwohnenden bei der Planung des öffentlichen Raums der Äußeren Neustadt in Zukunft noch mehr berücksichtigt werden.

Die "Woche des guten Lebens" ist ein Verkehrsexperiment, das von der Begleitforschung fortlaufend evaluiert wird. Weitere Befragungen sind in regelmäßigen Abständen vor, während und nach der Projektwoche geplant.



Zusammenfassung der Ergebnisse der ersten Umfrage


Insgesamt beteiligten sich 643 Personen an der Online-Umfrage. Die überwiegende Mehrheit findet das Projekt interessant, freut sich auf die „Woche des guten Lebens“ (Abbildung 1) und steht auch den Autoverkehr reduzierenden Maßnahmen ähnlicher Projekte positiv gegenüber (Abbildung 2). Die Teilnehmenden fühlen sich zudem durch das geplante Projekt eher nicht in ihren Freiheiten beschränkt und verunsichert oder verärgert (Abbildung 3).

Eine weitere Frage war außerdem, welche Faktoren den Menschen allgemein wichtig sind, damit sie sich in ihrem Wohnviertel wohlfühlen. Hier wurde vor allem eine gute Verkehrsinfrastruktur für Radfahrer*innen und Fußgänger*innen, Verkehrssicherheit für Kinder, viele Grünflächen und eine gute Wohnqualität genannt (Abbildung 4).

Über den Fragebogen konnte auch Kritik am geplanten Projekt geübt werden, was allerdings nur wenige Teilnehmende in Anspruch genommen haben.


Die Abbildungen wurden einer Diplomarbeit entnommen, die im November 2020 am Lehrstuhl für Verkehrspsychologie an der TU Dresden abgeschlossen wurde.



Abbildung 1: Einstellung - Erwartungen der Befragten an das Projekt "Woche des guten Lebens" (Frage beantwortet von 537 Personen)




Abbildung 2: Andere Projekte - Einstellung der Befragten zu ähnlichen Projekten (Frage beantwortet von 643 Personen)




Abbildung 3: Psychologische Reaktanz - Befürchtungen bezüglich der "Woche des guten Lebens" (Frage beantwortet von 536 Personen)





Abbildung 4: Problembewusstsein - Gewünschte Faktoren für eine hohe Lebensqualität im eigenen Wohngebiet (Frage beantwortet von 643 Personen)




Insgesamt hat die Umfrage ergeben, dass die „Woche des guten Lebens“ bei den Befragten tendenziell mit positiven Erwartungen und demgegenüber wenigen Befürchtungen verknüpft ist. Dieses Ergebnis deckt sich auch mit unseren Erfahrungen, die wir im Rahmen von Veranstaltungen und Gesprächen gemacht haben. Dennoch werden wir die genannten Herausforderungen selbstverständlich ernst nehmen und nicht zuletzt durch den intensiven Austausch mit den Neustädter*innen alles tun, um für diese eine Lösung zu finden. Dazu werden wir in den kommenden Monaten weiterhin das (digitale) Gespräch suchen, Feedback der Anwohnenden und Gewerbetreibenden einholen sowie aktuelle Projektentwicklungen auf unserer Homepage transparent machen.




Die hier vorgestellte Umfrage erhebt keinen Anspruch auf Repräsentativität, sondern kann nur eine Tendenz bezüglich der Einstellungen zum Projekt abbilden. Auch ist uns bewusst, dass einige Zielgruppen (z.B. Senior*innen) trotz der vielfältig genutzten Kanäle zum Bewerben der Umfrage weniger erreicht werden konnten und daher demografische Verzerrungen nicht auszuschließen sind.


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