ABSAGE WEGEN CORONA - "WOCHE DES GUTEN LEBENS" FINDET NICHT STATT




Mit großem Bedauern müssen wir mitteilen: die „Woche des guten Lebens“ kann nicht stattfinden. Obwohl alles vorbereitet ist, die Neustädter*innen und wir als Projektteam in den Startlöchern stehen und die Genehmigung der Stadt seit Mitte März vorliegt, ist nun klar: Gegen die dritte Welle und den Lockdown kommen wir nicht an. Unter den geltenden Kontaktbeschränkungen und Ausgangssperren können wir uns weder zusammen im Straßenraum aufhalten noch Parklücken für Aktivitäten nutzen. Die „Woche des guten Lebens“ wäre also nur mit starken Abstrichen möglich. Wir und unser Projektträger, der BUND Dresden, nehmen die Corona-Regelungen und eure Gesundheit ernst. Also haben wir gemeinsam mit der Stadtverwaltung schweren Herzens entschieden: Es wird vom 2. bis 9. Mai keinen verkehrsberuhigten Bereich mit Parkverbot rund um die Louisenstraße geben. Der Verkehr läuft weiter wie gehabt. Eine erneute Verschiebung auf einen späteren Zeitpunkt dieses Jahres ist leider nicht möglich, weil wir als Zukunftsstadtprojekt eine begrenzte Laufzeit und begrenzte Mittel haben.


Dass die „Woche des guten Lebens“ nun doch nicht stattfinden kann, ist ein harter Schlag für uns. Die Projektidee entstand bereits vor vier Jahren in einem Ideenworkshop der Stadt Dresden und hat seitdem zahlreiche Hürden überwunden: Mit Erfolg haben wir einen Antrag auf Förderung bei der Stadt gestellt, einen Projektträger gefunden (den BUND Dresden) und so erreicht, dass das Bürger*innenprojekt eines von acht Zukunftsstadtprojekten geworden ist. Nach langen Verhandlungen haben wir schließlich Mitte März die Genehmigung von der Stadtverwaltung für unser Verkehrskonzept erwirkt – jetzt fehlte nur noch die tatsächliche Durchführung der „Woche des guten Lebens“. Und nicht zuletzt steckt die jahrelange Arbeit und Kreativität hunderter Ehrenamtlicher in diesem Projekt. Ihr alle habt das Projekt mit voller Kraft, tollen Ideen, viel Begeisterung und eurem Namen unterstützt! Wir können gar nicht ausdrücken, wie sehr wir die Absage bedauern!


Dennoch planen wir in der ersten Maiwoche Angebote zum Thema Verkehrswende: Viele Dresdner Vereine und Initiativen werden vom 2. bis 9. Mai digitale Vorträge und Workshops zu nachhaltiger Mobilität, partizipativer Stadtgestaltung und nachbarschaftlichem Engagement anbieten. Auch die geplante Freiluftausstellung auf dem Martin-Luther-Platz wird vorbehaltlich aktuell noch nicht abzuschätzender Corona-Auflagen zu sehen sein. Die Ausstellung soll mit den bereits für das Projekt gebauten Parklets und Hochbeeten sowie Entwürfen von Studierenden der TU Dresden zeigen, wie der öffentliche Raum als Aufenthaltsort und für die Nutzung emissionsarmer Mobilitätsformen gedacht werden kann.


All dies ist nur ein schwacher Trost, aber dennoch wollen wir zeigen, dass Verkehrswende für die Neustadt sowie für ganz Dresden ein wichtiges Thema ist, das viele Menschen bewegt und beschäftigt. Und obwohl die finale Durchführung nicht möglich ist, hat die „Woche des guten Lebens“ einen entscheidenden Beitrag zur Debatte um eine Verkehrswende geleistet und die Diskussion um die Umgestaltungspläne der Louisenstraße vorangebracht. Der BUND Dresden, aber auch der Stadtbezirksbeirat und das Stadtbezirksamt Neustadt signalisieren außerdem Offenheit für eine Neuauflage des Verkehrsexperiments. Wir sind zudem im engen Kontakt mit der Stadtverwaltung und der Begleitforschung, um das Konzept und die Erfahrungen, die im Genehmigungsverfahren gewonnen wurden, zu sammeln und zu sichern. Wir haben so viel Zuspruch erhalten und das Engagement für das Projekt war riesig – vielleicht gibt es im Rahmen neuer Fördermöglichkeiten doch noch eine Zukunft für die „Woche des guten Lebens“ in den kommenden Jahren!


Wir bedanken uns von ganzem Herzen für Ihre Unterstützung! Diese und das Engagement unserer Bündnispartner*innen sowie mehr als 100 ehrenamtlichen Helfer*innen zeigt, dass ein solches Projekt in Dresden möglich ist! Bei aller Skepsis und Kritik, die dieses Projekt im Prozess erfahren hat, macht der noch größere Zuspruch deutlich, dass die Dresdner Stadtbevölkerung offen für Wandel ist. Und vielleicht ist nach der Pandemie auch ein Neustart für die „Woche des guten Lebens“ möglich.

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