In Dresden wird im Rahmen der Zukunftsstadt 2030 seit 2015 erforscht, wie der Weg zu einer nachhaltigen und innovativen Stadt, in der ein gutes und gesundes Leben möglich ist, gelingen kann. Dresdner Bürger*innen haben im Rahmen dieses Prozesses seit 2017 das Modellprojekt „Woche des guten Lebens“ konzipiert und stetig weiterentwickelt. Das ehrenamtliche Projektteam war mehr als zwei Jahre intensiv mit der Planung dieses Transformationsexperiments beschäftigt. 2018 reichten die beteiligten Bürger*innen einen Reallabor-Antrag im Zukunftsstadt-Büro der Landeshauptstadt Dresden ein.

Mit der Ernennung der Landeshauptstadt Dresden zu einer von acht deutschen „Zukunftsstädten“ durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) begann auch für die „Woche des guten Lebens“ die Umsetzungsphase. Seit 1. September 2019 koordinieren zwei hauptamtliche Mitarbeiterinnen das Projekt, dessen Träger die BUND Regionalgruppe Dresden ist.

Unser Traum: Im Jahr 2030 ist die Äußere Neustadt ein Ort des gemeinschaftlichen Miteinanders – und des nachhaltigen Lebens. Weil die meisten Bewohner*innen inzwischen ihren privaten PKW abgeschafft haben, findet das Leben zunehmend auf der Straße statt. Hier erproben Kinder ungestört ihre Skateboards, während Erwachsene sich beim Tischtennis oder Basteln an ihren Fahrrädern begegnen. Wo früher Autos parkten, befinden sich jetzt Gemeinschaftsbeete, Schachtische oder Aufladestationen für E-Bikes. Jemand verkauft Kaffee von ihrem Lastenrad. Auf den verbreiterten Gehwegen haben nun auch Rollstuhlfahrer*innen und Eltern mit Kinderwagen ausreichend Platz. Menschen begegnen sich vor den Geschäften, bleiben stehen und kommen ins Gespräch. Überall ist etwas los.

Anwohner*innen jeden Alters und unterschiedlicher Herkunft treffen sich einmal wöchentlich bei der Nachbarschaftstafel. In fast jeder Straße wird dann eine lange Tafel aufgestellt und das Abendbrot auf die Straße verlegt. Jede*r bringt etwas mit. Statt nach Abgasen riecht es nach dem vor der Haustür angebauten Rosmarin und Salbei. Kein Straßenlärm stört die gemeinsamen Gespräche über anstehende Projekte im Quartier.

 

Damit das nicht nur eine ferne Zukunftsvision ist, wollen wir das 2020 in der Äußeren Neustadt bereits einmal ausprobieren: Vom 30. August bis zum 6. September 2020 soll der gesamte Stadtteil eine Woche lang für Autos und Motorräder gesperrt werden. Das bedeutet vor allem: kein Verkehrslärm, keine Abgase, aber dafür ganz viel Platz!

Ziel ist es, durch gemeinsames Experimentieren und Ausprobieren Antworten auf folgende Fragen zu finden: