HINTERGRUND

In Dresden wird im Rahmen der „Zukunftsstadt 2030“ seit 2015 erforscht, wie der Weg zu einer nachhaltigen und innovativen Stadt, in der ein gutes und gesundes Leben für alle möglich ist, gelingen kann. Dresdner Bürger*innen haben im Rahmen dieses Prozesses seit 2017 das Modellprojekt „Woche des guten Lebens“ konzipiert und stetig weiterentwickelt. 2018 reichte das ehrenamtliche Projektteam einen Reallabor-Antrag im Zukunftsstadt-Büro der Landeshauptstadt Dresden ein. Mit der Ernennung der Landeshauptstadt Dresden zu einer von acht deutschen „Zukunftsstädten“ durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) begann auch für die „Woche des guten Lebens“ die Umsetzungsphase. Seit 1. September 2019 koordinieren zwei hauptamtliche Mitarbeiterinnen das Projekt, dessen Träger die BUND Regionalgruppe Dresden ist. Das ehrenamtliche Projektteam ist weiterhin intensiv in die Weiterentwicklung und Umsetzung des Projekts involviert.

EINE WOCHE 

EIN STADTTEIL WENIGER AUTOS 

GUTES LEBEN FÜR ALLE!

Unser Traum: Im Mai 2021 ist die Äußere Neustadt ein Ort des gemeinschaftlichen Miteinanders – und des nachhaltigen Lebens. Menschen und nicht Autos prägen das Stadtbild, das Leben findet zunehmend auf der Straße statt. Auf dem Martin-Luther-Platz und der Louisenstraße erproben Kinder ungestört ihre Skateboards, während Erwachsene sich beim Tischtennis oder Basteln an ihren Fahrrädern begegnen. Wo früher Autos parkten, befinden sich jetzt Gemeinschaftsbeete, Schachtische oder ein  Büchertauschregal. Jemand verkauft Kaffee vom Lastenrad aus. Auf den verbreiterten Gehwegen einer Modellstraße haben auch Rollstuhlfahrer*innen und Eltern mit Kinderwagen ausreichend Platz.

Menschen begegnen sich vor den Geschäften, bleiben stehen und kommen ins Gespräch. Überall ist etwas los. Mobile Hochbeete und Sitzmöglichkeiten sind überall im Viertel zu finden – ebenso wie zahlreiche Angebote nachhaltiger und platzsparender Mobilität wie Lastenräder und Leihfahrräder. Und die Neustädter*innen wünschen sich ein solches Stadtviertel bald nicht mehr nur für eine Woche...

Im Rahmen des Verkehrsexperiments „Woche des guten Lebens“ wollen wir die Neustädter*innen dazu einladen, eine Woche lang den öffentlichen Raum in ihrem Viertel neu zu denken und alternativ zu nutzen. Damit dies möglich ist, sollen Autos und Motorräder im Kerngebiet um die Louisenstraße herum nicht fahren und parken dürfen. Ausgenommen davon wären u.a. der Lieferverkehr, Einsatz- und Reinigungsfahrzeuge, mobilitätseingeschränkte Menschen und Besitzer*innen privater Stellplätze. Die übrigen Straßen der Äußeren Neustadt sollen der Ort für kleinere Aktionen und Aktivitäten der Anwohner*innen sein. Wichtig: es sollen nichtkommerzielle Aktionen sein, die die Ruhezeiten sowie die Sicherheit aller berücksichtigen. 

In den kommenden Monaten wollen wir mit den Neustädter*innen Ideen für solche Aktionen erarbeiten und gemeinsam Antworten auf folgende Fragen finden:

Wie sieht für uns Neustädter*innen ein gutes Leben aus? Was wünschen wir uns für unseren Stadtteil?
Wie kann der öffentliche Raum nach den Bedürfnissen aller und über seine Bedeutung als Verkehrsraum hinaus genutzt werden?
Wie kann eine Verkehrswende hin zu einer klimafreundlichen und zukunftsfähigen Mobilität in der Äußeren Neustadt gelingen?

So stellen wir uns das Projektgebiet der „Woche des guten Lebens“ vor

Unsere Idee ist es, in der „Woche des guten Lebens“ die Äußere Neustadt in zwei Gebiete zu unterteilen:

Im Kerngebiet rund um die Louisenstraße wünschen wir uns eine Fußgängerzone, um ganz viel Platz auf der Straße für Ideen und Aktionen der Anwohner*innen zu schaffen. Die Zufahrt in das Kerngebiet wäre dann für den motorisierten Verkehr nur in Ausnahmefällen möglich.

Im Aktionsgebiet, den weiteren Straßen der Äußeren Neustadt zwischen Bischofsweg und Bautzner Straße sowie zwischen Königsbrücker Straße und Prießnitzstraße, könnten im Rahmen von Veranstaltungen für geplante Aktionen der Anwohner*innen Halteverbotszonen eingerichtet oder gegebenenfalls einzelne Straßenabschnitte gesperrt werden. Hier freuen wir uns über Menschen, die freiwillig auf das Fahren und Parken ihres Autos während der Projektwoche verzichten oder im Schritttempo fahren.

Genaue Informationen zu unserem aktuellen Planungsstand sind hier zu finden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Legende

rot markierte Straßen Begrenzung des Projektgebiets

Straßen uneingeschränkt befahrbar

 

blau markierte StraßenAktionsgebiet

Platz für angemeldete Aktionen der Anwohner*innen im Rahmen stunden- oder tageweise eingerichteter Halteverbotszonen, ggf. Sperrungen von Straßenzügen möglich

Aufruf an Anwohner*innen, hier auf freiwilliger Basis nicht bzw. nur langsam zu fahren und nicht zu parken

grün markierte StraßenKerngebiet

Fußgängerzone

Einfahrten und Halten nur mit Sondergenehmigung möglich

Platz für Aktionen der Anwohner*innen